Werkrealschule Frankenhardt
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  Das Konzept unserer Mittagsbetreuung
Vorüberlegungen

Die Gemeinde Frankenhardt gehört zu den flächengrößeren Gemeinden des Landkreises Schwäbisch Hall. Entsprechend lange, zeitaufwändige und kräftezehrende Schulwege müssen bewältigt werden. Manche Schülerinnen und Schüler der Haupt- mit Werkrealschule Frankenhardt haben nur 15 Minuten Zeit für die Mittagspause,

wenn sie nach dem Vormittagsunterricht nach Hause fahren und zum Nach-mittagsunterricht wieder in die Schule müssen. Über die Möglichkeit, die Mittagspause in der Schule zu verbringen, wurde deshalb schon vor Jahren nachgedacht. Hinzu kommt inzwischen, dass in immer mehr Familien beide Elternteile berufstätig sind, sodass die Kinder zur Mittagszeit zu Hause keine Ansprache und Betreuung erfahren.

Entstehungsgeschichte

Neben der Problematik der Schülerbeförderung und der familiären Situation unserer Schülerinnen und Schüler veranlassten den seit dem Schuljahr 1998/99 gebildeten "Runden Tisch zur Weiterentwicklung unserer Haupt- mit Werkrealschule" auch pädagogische Überlegungen, zu prüfen, ob ein Angebot zur Mittagsbetreuung an unserer Schule eingerichtet werden könnte.

Nach intensiver Beratung (u.a. wurden Modelle anderer Schulen untersucht) und Rücksprache mit dem Schülerrat, dem Elternbeirat und der Gesamtlehrerkonferenz kamen die befassten Gremien überein, im Schuljahr 1999/2000 einen Probelauf zu starten. Auch die Schulkonferenz stimmte dem Vorhaben zu. Während des Probelaufs sollten möglichst vielfältige Erfahrungswerte gesammelt werden. Damit sich das Angebot an den tatsächlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientieren konnte, musste ein für Veränderungsvorschläge offenes Konzept gewählt werden.

Die Mittagsbetreuung beschränkte sich im Schuljahr 1999/2000 auf den Donnerstag und wurde in der Regel von zwölf bis sechzehn Schülerinnen und Schülern wahrgenommen. Insgesamt drei Lehrer übernahmen die Betreuung, zwei Lehrer brachten jeweils eine Stunde ihres Deputats ein, eine Lehrerin verlegte ihre Büchereistunde in die Mittagszeit.

Da die Eltern im Schuljahr 2000/2001 eine Betreuung auch an den übrigen zwei Tagen mit Nachmittagsunterricht wünschten, wurde das Angebot zwischenzeitlich ausgeweitet. Montags nahmen in der Folge sechs, dienstags zwölf bis vierzehn und donnerstags fünfzehn bis zwanzig Schülerinnen und Schüler teil. Sie wurden am Montag von einer Lehrerin (Eine Deputatsstunde), am Dienstag von einem Lehrer (Zwei Deputatsstunden, wovon eine Stunde mit der Betreuung einer AG gekoppelt war) und am Donnerstag von zwei Lehrerinnen (Eine Deputatsstunde und die Büchereistunde) betreut.
Die Ausweitung des Angebots war allerdings nur möglich, weil der Schule zusätzliche Stunden des Krankheitsvertreters zugute kamen. Wird der Krankheitsvertreter an einer anderen Schule gebraucht, muss das Angebot der Mittagsbetreuung entsprechend reduziert werden.
Um die Mittagsbetreuung verlässlich und auf Dauer anbieten zu können, werden seit dem Schuljahr 2006/2007 sechs Deputatsstunden für die Mittagsbetreuung vorgehalten. Das Amt für Schulen und Bildung erkennt dieses bereits bewährte Betreuungsangebot unserer Schule an und gewährt seitdem aus dem Ergänzungsbereich eine entsprechende Lehrerstundenzahl.

Das Konzept

Zu Beginn des Schuljahres werden alle Eltern unserer Schule über das Angebot der Mittagsbetreuung schriftlich informiert, außerdem kann in den Klassenpflegschaftssitzungen nachgefragt werden. Das Betreuungsangebot können also sowohl einheimische als auch auswärtige Schülerinnen und Schüler kostenlos in Anspruch nehmen. Interessierte Schülerinnen und Schüler haben anschließend zwei Wochen die Möglichkeit, das Angebot kennen zu lernen und zu prüfen. Wollen sie das Betreuungsangebot das gesamte Schuljahr über wahrnehmen, ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich. Damit verbunden ist die Unterzeichnung eines Vertrags durch die Schülerinnen und Schüler. Sie verpflichten sich auf diese Weise, das Regelwerk der Mittagsbetreuung einzuhalten.
Nun wird die Zeit der Mittagsbetreuung formalrechtlich wie Unterrichtszeit behandelt.

Nach Unterrichtsende am Vormittag um 12.05 Uhr bzw. um 12.55 Uhr trifft sich die Betreuungsgruppe zum Verzehr des mitgebrachten oder des in der Umgebung der Schule eingekauften Mittagsvespers. Bislang wurde noch nicht das Bedürfnis einer gemeinsamen Mittagsspeisung laut.

Viel wichtiger - und demzufolge will man dafür auch mehr Zeit haben - ist das Zusammentreffen mit Gleichaltrigen und das Verabreden gemeinsamer Unternehmungen. Was gemacht wird, entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst. Ihre eigenen Ideen und Interessen sollen ernst genommen werden und im Schulleben Geltung erlangen. Natürlich bringen auch die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer ihre Anregungen ein und haben dadurch die gleichberechtigte Chance, auf das Freizeitverhalten Einfluss zu nehmen. Gemeinsam wird nun überlegt, wie die unterschiedlichsten Vorschläge in die Tat umgesetzt werden können.
Auf diese Weise wurden im Schulhaus beispielsweise Versteckspiele veranstaltet, Malwettbewerbe an den Tafeln der Klassenzimmer organisiert, Hallenfußball- sowie Tischtennisturniere mit anschließender Siegerehrung vor versammelter Schülerschaft geplant und durchgeführt, Mobiliar für das Klassenzimmer konstruiert und gebaut, der Weihnachtsbaum in der Aula geschmückt und noch vieles mehr im Schulraum realisiert.
Für die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler ist dabei besonders bedeutsam, dass sie mit Phantasie, mit Freude, mit Ausdauer im Team etwas zustande bringen, was für die Schule Relevanz besitzt und wofür sie eine echte Mitverantwortung übernommen haben.
Bestimmte Aktivitäten stehen besonders hoch im Kurs unserer Hauptschülerinnen und -schüler und dominieren daher auch das Programmangebot der Mittagsbetreuung. Dazu zählen vor allem die Sportspiele und die Nutzung des Computers. Für die Schülerinnen und Schüler sind dabei vor allem die Bereiche interessant, die im Unterricht keine oder eine untergeordnete Rolle spielen.

Im Laufe der Zeit hat sich folgendes Programmgerüst entwickelt, das von den Schülerinnen und Schülern gerne angenommen wird:

Freizeit- und Sportspiele im Schulgebäude, auf dem Schulhof oder im Sportgelände

Spielen oder Arbeiten am Computer, Erforschen seiner Nutzungsmöglichkeiten

Spielen oder Lesen in der Schülerbücherei

Kochen oder Backen in der Küche

Gestalterisches Arbeiten (z.B. Seidenmalerei), Bastel- und Strickarbeiten im Handarbeits- oder Werkraum

Erledigung von Hausaufgaben, Beschäftigung mit Unterrichtsprojekten und Vorbereitung von Klassenarbeiten in einem zum Stillarbeitsraum umfunktionierten Klassenzimmer

Plaudern und Musikhören in einem entsprechend ausgestatteten Klassenzimmer

Wie sich das Programmangebot weiter entwickelt, hängt vor allem von den Interessen, der Eigeninitiative und dem Engagement der Schülerinnen und Schüler selbst ab. So bieten die Sportmentorinnen unserer Schule seit dem Schuljahr 2005/2006 sportliche Aktivitäten an und stoßen dabei auf ebenso großes Interesse wie ein Übungsleiter des hiesigen Vereins (zugleich Lehrer an unserer Schule), der je nach Jahreszeit das Knowhow des Vereinssports einbringt. Versuche, auch die Eltern (wenigstens zeitlich befristet) für die Bereicherung unseres Programmans zu gewinnen, scheiterten bislang.

Die Mittagsbetreuung endet mit dem Beginn des Nachmittagsunterrichts um 13.50 Uhr.

Hinweis: Das Konzept, einen Anmeldebogen und den Vertrag unserer Mittagsbetreuung finden Sie auch im Downloadbereich hier.

Letzte Aktualisierung: 23.11.2011
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