Werkrealschule Frankenhardt
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  Die fachlich orientierte Projektprüfung in Klasse 10
Die fachlich orientierte Projektprüfung besteht aus einem Projekt, das in der Gruppe durchgeführt wird. Eine Gruppe besteht in der Regel aus drei bis fünf Schülerinnen bzw. Schülern. Die fachlich orientierte Projektprüfung kann schriftliche, mündliche und praktische Leistungen enthalten.


Wie Sie der Übersicht entnehmen können, besteht die Projektprüfung aus drei Teilen bzw. Phasen.
Die Vorbereitungsphase
In der Vorbereitungsphase werden von den Schülern alle für die Durchführung erforderlichen Vorbereitungen getroffen. Hierzu gehören u.a. folgende Punkte:

  Themenfindung und Gruppenbildung: Bei der Themenwahl ist zu beachten, dass es sich bei der Projektprüfung in Klasse 10 nicht um eine themenorientierte Prüfung wie in Klasse 9 handelt, sondern um eine fachlich orientierte Prüfung, d.h. die Themenwahl muss aus einem Fach bzw. einem Fächerverbund heraus erfolgen. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich also entscheiden, in welchem Fach sie die Projektprüfung durchführen wollen. Für jedes Fach und jeden Fächerverbund haben wir am Pädagogischen Tag eine Ideenliste mit verschiedenen Themen bzw. Projektideen entwickelt. Diese Themen erfüllen alle die nötigen Voraussetzungen, die wie folgt aussehen:
  Das Thema muss einen Bezug zur Arbeits- und Lebenswelt der Schüler haben. Die Gruppe muss also begründen können, warum sie sich mit diesem Thema auseinandersetzt und warum es Sinn macht, sich in der heutigen Zeit mit einem solchen Thema zu beschäftigen.
  Das Thema muss sich auf die fachlichen und überfachlichen Bildungsstandards der Klasse 10 (WRS) beziehen.
  Jede Gruppe fertigt eine Projektbeschreibung mit folgenden Inhalten an:
 

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Namen der Gruppenmitglieder
Thema
Zielsetzung (Was wollen wir mit diesem Projekt erreichen? Warum machen wir das? Welchen Bezug gibt es zur Lebens- und Arbeitswelt? Welche Bildungsstandards sind hier angesprochen?)
Inhalte des Projektes
Ggf. Kostenplan
Unterschriften der Gruppenmitglieder
Genehmigung
  Jedes Gruppenmitglied legt eine Projektmappe bzw. ein Arbeitstagebuch an. Die Gestaltung und der Aufbau dieser Mappe unterliegen der Verantwortung der Schülerin/des Schülers. Diese Mappe soll sowohl das Ergebnis als auch den Prozess des Projektes dokumentieren und dient damit unter anderem als Grundlage für die Bewertung der Selbstständigkeit. Enthalten sein sollte beispielsweise ein Wochenarbeitsplan für die Durchführungswoche.
  Vom Prüfungsvorsitzenden (In Klasse 10 ist das der Schulleiter oder die Schulleiterin) wird ein Zeitpunkt für die Abgabe der Projektbeschreibungen festgelegt. Die Schüler wählen also bis zu einem vorgegebenen Zeitpunkt ein Thema und bilden Gruppen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Zusammensetzung der Gruppe fachlich begründet ist.
  Nach Vorlage der Projektbeschreibung beim Schulleiter genehmigt dieser in der Regel nach Anhörung der anderen Schule das Thema und weist der Schülergruppe zwei Lehrkräfte zur Begleitung, Beratung und Beurteilung zu.
  In der Vorbereitungsphase werden auch alle vorbereitenden Maßnahmen für die Durchführung des Projektes getroffen. Dazu gehören Informationsbeschaffung, Angebote einholen, Material einkaufen, usw., also zeitaufwändige Vorbereitungsmaßnahmen. Die vorbereitenden Maßnahmen hängen natürlich vom Projektthema ab.

Die Schüler sollten versuchen, mindestens zwei Bereiche der "neuen Medien" (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank- oder Präsentationstechnik mit Computer, Video, Kamera) abzudecken.

Wichtig:

Während der Vorbereitungsphase findet von Dienstag bis Freitag (fast) regulärer Unterricht statt. Die Schüler haben Dienstag bis Freitag lediglich die 5. und 6. Stunde zur Verfügung. In dieser Zeit werden sie von den für die Projektgruppe zuständigen Lehrkräften betreut.

Die Durchführungsphase

Für die Durchführungsphase der Projektprüfung sind mindestens 20 Stunden vorgesehen. In dieser Phase werden die eigentlichen Projektideen umgesetzt, so wie es der Wochenarbeitsplan der Gruppe vorgibt.
  Der Tag beginnt um 7.45 Uhr mit einer kurzen Teamsitzung der Gruppe. Zuerst wird besprochen, was laut Wochenarbeitsplan auf dem Tagesprogramm steht, die Aufgaben werden innerhalb der Gruppe verteilt und eine der betreuenden Lehrkräfte wird über den geplanten Tagesablauf informiert. Hierzu zählt auch, in welchem Raum und bis zu welcher Zeit sich die Gruppe in diesem Raum aufhält. Dann erst beginnt die eigentliche Arbeitsphase.
  Am Ende eines Arbeitstages erfolgt erneut eine kurze Teamsitzung, in welcher der Tag reflektiert wird. Die Gruppe zieht eine Bilanz zwischen dem, was sie an diesem Tag erreichen wollte, und dem, was sie dann tatsächlich erreicht hat. Wichtig sind auch die Gründe für eine eventuelle Nichterreichung des Tagesziels.
  Während der Durchführungsphase arbeiten die Gruppen selbstständig. Jedes Gruppenmitglied arbeitet auch in dieser Phase an der individuellen Projektdokumentation. Diese Dokumentation ist keine Gemeinschaftsarbeit, sondern setzt sich aus individuell geschilderten Erlebnissen und Erfahrungen zusammen. Die Gestaltung dieser Dokumentation unterliegt der Verantwortung eines jeden Schülers. Insbesondere in der Reflexionsphase (s. unten) kann und sollte auf diese Dokumentation zurückgegriffen werden.
  In dieser Woche muss auch die Präsentation des Projektes für die nachfolgende Woche geplant und entwickelt werden.
  Die Projektmappen müssen am Ende der Durchführungsphase bei den beurteilenden Lehrkräften abgegeben werden.

Wichtig:

Die betreuenden Lehrkräfte müssen stets informiert sein, wo sich die Gruppe wie lange aufhält. Das Verlassen des Schulgeländes, etwa um fehlende Materialien zu beschaffen, ist grundsätzlich möglich, jedoch nicht ohne die Genehmigung einer betreuenden Lehrkraft.

Die Präsentationsphase
Der Zeitraum der Präsentationen wird von der Schule festgelegt. In der Präsentationswoche präsentiert jede Projektgruppe ihr Projekt dem Prüfungsausschuss. Im Anschluss an die Präsentation findet ein Prüfungsgespräch mit allen Gruppenmitgliedern statt.
  Die Präsentationen finden möglichst dann statt, wenn die betreuenden Lehrkräfte keinen Unterricht haben. Es ist darauf zu achten, dass Unterrichtsausfall und Vertretungen (auch in der anderen Schule) vermieden werden. Tag und Uhrzeit der Präsentation müssen daher in Absprache mit dem Schulleiter festgelegt werden.

Den Prüfungsausschuss leitet der Lehrer einer anderen Schule. Das bedeutet, dass ein Lehrer einer anderen Schule bei der Präsentation und dem anschließenden Prüfungsgespräch anwesend und in den Beurteilungsprozess involviert ist.

Zu den Präsentationen dürfen außenstehende Personen (ausgenommen sind Eltern) eingeladen werden. Allerdings muss der thematische Bezug des Personenkreises zum Projekt nachgewiesen werden. Auch Mitschüler können eingeladen werden, sofern dies begründet werden kann.

Jedes Gruppenmitglied muss in der Präsentation einen aktiven Part übernehmen.

Im Anschluss an die Präsentation findet ein sog. Reflexionsgespräch statt. Präsentation und Reflexion müssen in etwa gleiche Zeitanteile haben. Die Gesamtzeit für beide Teile beträgt etwa eine Stunde. Im Reflexionsgespräch können und sollen die Schüler den erlebten Prozess der Projektprüfung selbstkritisch hinterfragen und beurteilen. Die Schüler berichten über entstandene Schwierigkeiten, andere Lösungswege und beurteilen ihre Arbeit. Das Projekt wird reflektiert und fachliche Kompetenzen werden überprüft.

Im Anschluss an dieses Gespräch legen die beurteilenden Lehrer die Endnote fest. Jeder Schüler darf im Anschluss seine Note erfahren.
Die Beurteilung
Die Beurteilung erfolgt auf mehreren Ebenen.
Außer der fachlichen Kompetenz, die bisher bei der Bewertung bei den schriftlichen oder mündlichen Prüfungen im Vordergrund steht, werden bei der Projektprüfung weitere Kompetenzen gleichrangig bewertet: die methodische, die personale und die soziale Kompetenz der Schüler.

Bei der personalen Kompetenz geht es um grundlegende Fähigkeiten wie z. B. Zuverlässigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Sorgfalt, aber auch Selbstständigkeit, Kreativität, Flexibilität und Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik.

Die soziale Kompetenz beinhaltet Fähigkeiten wie Kooperations- und Teamfähigkeit, Höflichkeit, Freundlichkeit und Konfliktfähigkeit.

Schließlich spielt bei der Projektprüfung noch die methodische Kompetenz eine Rolle, die z.B. die sinnvolle und effektive Planung eines Projekts, die Organisation und auch die Beherrschung von Lern- und Präsentationstechniken umfassen kann.

Beurteilungszeitraum:

Der Beurteilungszeitraum der Projekte erstreckt sich über alle drei Phasen der Projektprüfung. Da die Projekte oft sehr verschieden sind, ist eine Beurteilung nicht ohne Weiteres mit einer anderen zu vergleichen. Um dennoch eine faire und möglichst objektive Beurteilung zu gewährleisten, wird ein Beurteilungsraster angewandt, an dem sich alle beurteilenden Lehrkräfte orientieren. Es ist allen Schülerinnen und Schülern bekannt.

Ziel der Projektprüfung:

Die Schüler sollen zeigen, was sie in unserer Schule in den oben dargestellten Bereichen gelernt haben. Die Worte eines engl. Philosophen und Sozialwissenschaftlers namens Herbert Spencer (1820-1903) fassen dies nochmals passend zusammen:

"Der eigentliche Zweck des Lernens ist nicht das Wissen, sondern das Handeln."

In diesem Sinne wünschen wir allen Schülerinnen und Schülern viel Erfolg und gutes Gelingen bei der Projektprüfung. Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Hinweis: Dieses Infoschreiben über die Projektprüfung finden Sie auch im Downloadbereich hier.
Letzte Aktualisierung: 23.11.2011
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