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Werkrealschule
Frankenhardt
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| Geschichte zum Anfassen - Schule in Honhardt | |||||
| Wer sich in der Haupt- mit Werkrealschule Frankenhardt-Honhardt zurechtfinden will, sieht sich unversehens mit einigen Kapiteln der Schulgeschichte konfrontiert. Auf die Frage nach dem Weg zum Lehrerzimmer, erfährt der verdutzte Neuling an der Schule beispielsweise: "Du gehst am besten vom Uraltbau über den Altbau in den Neubau und lässt dabei den neuen Anbau rechts liegen." | |||||
| Die Bitte um Begleitung wird inzwischen schulterzuckend akzeptiert, allerdings nicht ohne unterwegs geschichtliche Orientierungshilfe zu geben. Weitergehendes geschichtliches Interesse kann dann mit Hilfe der anlässlich der Einweihung des Erweiterungsbaus 1984 veröffentlichten Schulchronik befriedigt werden. | |||||
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In besagter
Chronik liest man Merk-Würdiges über die Geschichte der Schule
in Honhardt. Bis etwa 1655 bekamen nahezu alle Pfarrorte ihre Schulen. Die Filialorte mussten sich zunächst mit den unregelmäßig stattfindenden Unterrichtsangeboten der Winterschulen begnügen. Erst 1841 erfährt man in der Oberamtsbeschreibung von einem Schulhausbau in Honhardt. Das alte, baufällige Schulgebäude neben der Kirche wurde durch ein mit drei Lehrzimmern und einem Wohnzimmer für den Lehrgehilfen ausgestattetes neues ersetzt. Damals sorgte die Gemeinde für das persön-liche Wohlbefinden des Schulmeisters. "Die Wohnung des ersten ständigen Lehrers befindet sich daneben in einem 1839 angekauften Privathause, an welches 1877 die Wohnung des zweiten angebaut wurde." Wen wundert's, dass sich die Pädagogen auch am Orte ihres Schaffens niederließen. Interessante
Anmerkungen im 1910 begonnenen "Protokollbuch für den Lehrerkonvent
zu Honhardt" verdeutlichen, wie sich Schule und Schulleben in den
folgenden Jahrzehnten wandelten. Um 1910 wurden die Schüler in Honhardt
in eine Unter-, Mittel- und Oberklasse eingeteilt. Pro Woche gab es 36
Stunden Unterricht. Ferienbeginn und -ende orientierten sich an den Erfordernissen
der Landwirtschaft, die Volksschüler freuten sich auf ihre Heu- und
Erntevakanz. "Wenn's nor nett rechent", dürfte gar mancher
Schüler gebangt haben, denn die Heuferien konnten auch kurzerhand
unterbrochen und auf später verlegt werden. Die Einrichtung
des elektrischen Lichts sorgte 1932 für "helle Köpfe". Nachdem die
Weimarer Verfassung 1920 die vierjährige Grundschule für alle
Kinder gesetzlich verankert hatte und eine Rechtsvorschrift der katholischen
Kirche es den katholischen Schülern untersagte, neutrale Simultanschulen,
die auch Nichtkatholiken offen standen, zu besuchen, sah man sich gezwun-gen,
Schulverbände einzurichten. Eine Satzung des Bezirksschulverbands
Honhardt aus dem Jahre 1935 legte fest, dass evangelische Schüler
der Teilorte Randenweiler mit Ölmühle und Sperrhof die evangelische
Volksschule in Honhardt besuchten. Die katholischen Schulkinder aus Honhardt
und Mainkling wurden den Schulen in Stimpfach bzw. Fronrot zugeteilt. In den Jahren
1938 bis 1940 ging in Honhardt der dritte im Archivmaterial erwähnte
Schulhausbau über die Bühne. Zwei Baugrundstücke wurden
in Erwägung gezogen, letztlich entschied man sich für den zentralen
Standort. Das Schreiben des damaligen Bürgermeisters an die Ministerialabteilung
in Stuttgart enthält die Begründung: "Dieser Bauplatz hat
den großen Vorteil, dass das Schulgebäude innerhalb des Orts
an einem ruhigen Platz in der Nähe der Kirche erstellt wird. Außerdem
wird durch diese Lösung das z.Zt. in diesem Ortsteil nicht besonders
schöne Ortsbild wesentlich verbessert und zugleich ein großer
Platz geschaffen, der für Kundgebungen usw. jetzt noch fehlt und
in Zukunft den Ortsmittelpunkt darstellen soll." Wie schwierig das Unterrichten nach Kriegsende gewesen sein muss, lässt uns die Aktion des damaligen Bürgermeisters von Honhardt erahnen, der eine Sammlung von Schulmaterial, welches für den Schulunterricht Verwendung finden könnte, in der Gemeinde veranlasste. Im Protokollbuch wird noch 1949 dankbar eine Spende des amerikanischen Roten Kreuzes erwähnt: "57 Hefte, 35 Bleistifte, 8 Federhalter, 11 Federn". Äußerst sorgsam musste in dieser Zeit der Knappheit mit Lehr- und Lernmitteln umgegangen werden. Können wir uns das heute überhaupt vorstellen? In Honhardt
wurden in den folgenden Jahren aufgrund anwachsender Schülerzahlen
1949 die vierte, 1959 die fünfte, 1963 die sechste und 1965 die siebte
Lehrerstelle beantragt und genehmigt.
Seit Beginn der neunziger Jahre kann an der Hauptschule in Honhardt neben dem Hauptschul- auch der sogenannte Werkrealschulabschluss erworben werden. Dieser nach dem Besuch der zehnten Klasse zu erreichende Abschluss entspricht allen anderen mittleren Bildungsabschlüssen. In den Monaten Mai bis Juli bestimmen vor allem Prüfungen das Schulgeschehen. Im Schuljahr
2006/2007 unterrichten an der Haupt- mit Werkrealschule fünfzehn
Lehrerinnen und Lehrer und ein Pfarrer rund 160 Schülerinnen und
Schüler. Ihre Schule entwickelt sich zu einem Lebensraum, in dem
nicht nur unterrichtet wird, sondern in den sie ihre eigenen Interessen
und Wünsche einbringen, in dem sie ihre Freizeit gestalten oder einfach
Gleichaltrige treffen können. Wir sind also dabei, bereits das nächste
Kapitel der Schulgeschichte aufzuschlagen. Aufgrund veränderter Lebensbe-dingungen
der Kinder und Jugendlichen heute wird die Schule ihren Erziehungsauftrag
verstärkt wahr-nehmen und die Organisation der Schule sich darauf
einstellen müssen. Wird also in nächster Zeit auch in Honhardt
eine Ganztagesschule eingerichtet? Wird der neue Um- und Erweiterungsbau
einen weiteren Ergänzungsbau erhalten, in dem neben einer Küchenzeile
auch ein Schulcafe seinen Platz findet? Antworten finden wir sicherlich
im nächsten Kapitel der Schulgeschichte. Dieses muss allerdings erst
noch geschrieben werden. |
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2008 HSWRS Frankenhardt
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